Altersgerechte Quartiersarbeit: Lebenserfahrene als aktive Mitgestaltende

Gruppenfoto der Projektgruppe© HVF
Die Projektgruppe "Altersgerechte Quartiersarbeit", bestehend aus den Studentinnen Anna Berghänel, Monika Bolz, Sarah Maier und Nina Schneider.
Bild einer Pinwand mit Ideen
Im Zuge eines Workshops hatten Lebenserfahrene die Möglichkeit, Ideen zu sammeln, wie sie sich bei der Quartiersarbeit einbringen können.
Bild der Gruppenarbeit
Bei einem Workshop erarbeiteten Lebenserfahrene positive Eigenschaften, mit denen sie sich in die Quartierarbeit einbringen können.
Projektverantwortlich an der HVF: Frau Bühler und Herr Geiger
Projektlaufzeit: 4 Semester
Finanzierung: n.n.

Wie können sich Lebenserfahrene in die altersgerechte Quartiersarbeit zur Förderung sozialer Teilhabe einbringen? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich unsere Projektgruppe im Rahmen des IPV-Projekts „Zukunftsfähige Stadtentwicklung – Nachhaltig. Integriert. Partizipativ.“ im Masterstudiengang Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg.

 

Ausgangspunkt unseres Projekts war die Erkenntnis, dass ältere Menschen über vielfältige Erfahrungen, Kompetenzen und zeitliche Ressourcen verfügen und so einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwesen leisten können. Gleichzeitig stellen Themen wie Einsamkeit, soziale Teilhabe und die Gewinnung älterer Menschen für ehrenamtliches Engagement zentrale Herausforderungen einer alternden Gesellschaft dar.

 

Wir entwickelten einen partizipativen Workshop, der im Rahmen der Kommunalen Pflegekonferenz der Stadt Heilbronn durchgeführt wurde. Ziel war es, die Perspektiven von Menschen im Renteneintrittsalter einzubeziehen, sichtbar zu machen und gemeinsam Ideen für eine altersgerechte Quartiersarbeit zu entwickeln.

 

Mithilfe verschiedener Beteiligungsformate wurden Orte identifiziert, an denen sich ältere Menschen bereits heute gerne aufhalten. Zudem wurden persönliche Stärken und Fähigkeiten erfasst sowie konkrete Möglichkeiten der Mitwirkung diskutiert. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass Lebenserfahrene über ein breites Spektrum an Kompetenzen verfügen und ein großes Potenzial für aktives gesellschaftliches Engagement besitzen.

 

Besonders wichtig waren den Teilnehmenden Begegnungsorte, die soziale Kontakte, kulturelle Teilhabe und Bewegung ermöglichen. Darüber hinaus wurde deutlich, dass viele bereit sind, sich aktiv für andere einzusetzen, etwa durch Besuchsdienste, Unterstützung im Alltag, Wissensvermittlung oder generationenübergreifende Angebote.

 

Aus den Erkenntnissen des Workshops entstand eine Handlungsempfehlung für die Stadt Heilbronn. Gleichzeitig war es ein zentrales Anliegen, Ansätze zu entwickeln, die auch auf andere Kommunen übertragbar sind. Dabei kristallisierten sich fünf zentrale Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche altersgerechte Quartiersarbeit heraus: Orte stärken, Ressourcen nutzen, Beziehungen fördern, Barrieren abbauen und Nachbarschaft aktivieren. Diese Faktoren bilden einen praxisorientierten Orientierungsrahmen, der über Heilbronn hinaus für Kommunen unterschiedlicher Größe und Struktur nutzbar ist.

 

Unser Projekt zeigt, dass ältere Menschen nicht nur Adressaten kommunaler Angebote, sondern wichtige Mitgestaltende einer nachhaltigen und lebendigen Stadtentwicklung sind. Werden ihre Erfahrungen und Kompetenzen gezielt genutzt, können Quartiere entstehen, die soziale Teilhabe fördern und das Zusammenleben aller Generationen stärken.

 

Projektteam: Anna Berghänel, Monika Bolz, Sarah Maier und Nina Schneider