Vorbereitet auf Hochwasser und Starkregen

Projektverantwortlich an der HVF: Markus Moser (Regierungspräsidium Stuttgart) und Regina Holzheuer (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft)
Projektlaufzeit: 1,5 Jahre
Finanzierung: n.n.

"Was muss vorbereitet sein, wenn das Wasser unsere Kommune trifft?“ Das war die zentrale Frage, die sich Janina Nölke, Marc Richter, Steffen Scholz , Annemarie Übele und Evelyn Zettelmeier über eineinhalb Jahre im Vertiefungsmodul „Kontinuitätsmanagement bei Starkregen und Hochwasserereignissen“ unter der Leitung von Markus Moser (Regierungspräsidium Stuttgart) und Regina Holzheuer (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft) stellten.

 

Kommunen sind die zentrale Instanz der staatlichen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig werden Hochwasser- und Starkregenereignissen häufiger. Trifft ein solches Ereignis auf eine unvorbereitete Kommune, können Menschenleben und sehr hohe Sachwerte in Gefahr sein. Die Beseitigung der Schäden und die Wiederherstellung der vollständigen Funktionsfähigkeit der kommunalen Dienste erfordert immer viel Zeit und Geld, doch besonders dann, wenn keine Notfallpläne vorhanden sind.

 

Neben der Planung spielt daher auch die frühzeitige Kommunikation zwischen Verwaltung, (potentiellen) Einsatzkräften, ortsansässigen Unternehmen und der Bevölkerung eine große Rolle. Denn vielen Bürgerinnen und Bürgern ist nicht bewusst, dass gem. §5 (2) Wasserhaushaltsgesetz „jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann,… verpflichtet (ist), geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen …“

 

Auch die Studierenden arbeiteten sich im Rahmen des Projekts sowohl in die Hochwasser- und Starkregenvorsorge in Baden-Württemberg als auch das Thema des Kontinuitäts- und Krisenmanagement ein. Dabei halfen ihnen Interviews mit Vertretern bereits betroffener Kommunen wie Rudersberg und Steinheim an der Murr. Anschließend entwickelten sie für Markgröningen konkrete Alarm- und Einsatzpläne nachdem sie mit Vertretern der Kommune jene Bereiche identifiziert hatten, die bei einem Hochwasser- oder Starkregenereignis zwingend weiter funktionieren müssen. Hierzu zählen insbesondere die Aufgaben des Ordnungsamts mit der Krisenstabsarbeit. Auch muss das Finanzwesen und bestimmte Bürgerdienste im Standesamt aufrechterhalten werden. All dies ist auf eine funktionsfähige räumliche wie technische Infrastruktur angewiesen. Ebenso müssen Helfer und Helferinnen wie auch Spenden koordiniert werden und die Entsorgung der großen Müllmengen geregelt sein.

Vor allem aber muss eine geeignete Krisenkommunikation dafür sorgen, dass sich niemand unnötig in Gefahr begibt, Hilfsangebote rasch dort ankommen, wo sie benötigt werden und die Verwaltung das in sie gesetzte Vertrauen verdient.

 

Durch ihre Arbeit haben die Studierenden gezeigt, dass Vorsorge und gute Kommunikation entscheidend sind, um die Auswirkungen von Hochwasser- und Starkregenereignissen zu minimieren und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Denn Krisenmanagement ist eine Führungsaufgabe – und die fünf Absolventinnen und Absolventen dieses Vertiefungsmoduls sind darauf vorbereitet.