Während in Deutschland viele Behördengänge noch persönlich oder per Briefpost ablaufen, ist die Ukraine bei der Verwaltungsdigitalisierung Vorreiter: Über die staatliche App „Diia“ nutzen rund 24 Millionen Menschen digitale Urkunden und Führerscheine auf dem Smartphone. Um diesen Vorsprung für die eigene Lehre zu nutzen, begrüßte die Hochschule Ludwigsburg kürzlich Professorin Dr. Lidiya Lisovska von der neuen Erasmus-Partneruniversität Lviv Polytechnic National University zu einem sechswöchigen Gastaufenthalt.
Initiiert und organisiert wurde der Austausch von Dr. Natalia Jörg (Leiterin des Akademischen Auslandsamts) und Professor Robert Müller-Török (Studiendekan Digitales Verwaltungsmanagement). Das dichte Programm des Gastaufenthalts bot zahlreiche Highlights. Neben englischsprachigen Vorlesungen im Studiengang „Digitales Verwaltungsmanagement“ und im Studium Generale stand die Arbeit an einer gemeinsamen wissenschaftlichen Publikation zum e-Government in der Ukraine und der EU im Fokus. Zudem vernetzte sich Prof. Lisovska beim Städtetag Baden-Württemberg, beim IT-Dienstleister Komm.ONE sowie in einem Experten-Workshop der VDI/VDE Innovation und Technik GmbH.
Der fachliche Austausch zeigte großen beidseitigen Nutzen: Für die Ukraine ist die an der HVF entwickelte, SAP-gestützte Lehre besonders mit Blick auf den späteren Wiederaufbau von hoher Relevanz. Die HVF wiederum profitiert von den kriegserprobten ukrainischen Kompetenzen in den Bereichen Cybersecurity und Verwaltungsresilienz. Hierzu ist bereits eine konkrete Kooperation im Studiengang Digitales Verwaltungsmanagement geplant.
Für die Zukunft ist nach einem Waffenstillstand auch ein Austausch von Studierenden nach Lwiw – der wirtschaftlichen Partnerregion Baden-Württembergs – geplant. Die HVF freut sich auf die künftige akademische Zusammenarbeit und wünscht der Partnerschaft: на многії літа! – ad multos annos!

