HVF-Gleichstellungsreferentin Susanne Maier wurde bereits zum dritten Mal als Vertreterin der Zivilgesellschaft in die Delegation der deutschen Bundesregierung zur Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen berufen. Die Commission on the Status of Women (CSW) findet jedes Jahr im März im UN-Hauptquartier in New York statt. Die teilnehmenden Staaten arbeiten intensiv zu jährlich wechselnden Schwerpunktthemen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung hin. Der Fokus der CSW lag 2026 auf geschlechtergerechten Perspektiven auf den Zugang zu Recht.
Susanne Maier nahm in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrats an der Kommission teil. Dort ist sie verantwortlich für europäische und internationale Gleichstellungspolitik. In Deutschland ist es gelebte Tradition neben Regierungsvertretungen auch Mitglieder der deutschen Zivilgesellschaft in die Delegation zur CSW aufzunehmen. Sie begleiten den Prozess und die Entwicklung der Positionen für die Abschlusserklärung und sind im engen Austausch mit dem deutsche Verhandlungsteam. Die offene Haltung der involvierten Ministerien zum Einbezug der Zivilgesellschaft findet alljährlich internationale Anerkennung.
Zum Programm gehörte für Susanne Maier neben der Begleitung der Verhandlungen zur Abschlusserklärung ein Empfang beim Botschafter Deutschlands bei den Vereinten Nationen und eine gemeinsame Veranstaltung mit dem BMBFSFJ, wo sie u.a. neben Bundesministerin Karin Prien, Catherine Russel (Executive Director von UNICEF) und Nahla Haidar (Chairperson des CEDAW Committee) zum Thema „Education for Justice - Emerging Trends in Womens' Access to Justice through Education“ sprach.
Die diesjährige CSW war in vielerlei Hinsicht historisch. Zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte der Konferenz konnte die gemeinsame Abschlusserklärung der Mitgliedsstaaten nicht per Akklamation verabschiedet werden. Die USA forderten eine Abstimmung ein und stimmten letztlich als einziger Staat gegen die Annahme der Erklärung. Zudem brachte das US-Verhandlungsteam eine Resolution ein, mit der nachträglich etablierte Sprache und Termini der Vereinten Nationen umdeuten werden sollten, die seit Jahrzehnten verwendet werden. Zur Abstimmung der Resolution kam es nicht. Am 19.3. wurde der von Belgien eingebrachte Antrag zur nicht-Befassung mit der Resolution mit klarer Mehrheit angenommen.
Auf der CSW zeigte sich das Ringen um Fortschritte und bereits existierende Standards in der Gleichstellungspolitik besonders deutlich. Sexuelle und reproduktive Gesundheit, Rechte und Bildung werden international zunehmend in Frage gestellt, gleiches gilt für ein intersektionales Verständnis von Diskriminierung. Die deutsche Bundesregierung, vertreten von Bundesministerin Karin Prien, positionierte sich deutlich progressiv im internationalen Feld. Die Ministerin betonte die Bedeutung von Gleichstellung für die Demokratie und mahnte u.a. besseren Schutz vor neuen Formen digitaler Gewalt an.

