Startschuss für den Klimaschutz: Mit dem „ZukunftsWarmUp“ beginnt der Beteiligungsprozess an der HVF

Klimaneutrale Hochschule| Nachricht vom 23.04.2026

Am 16. April 2026 fiel der offizielle Startschuss für den Beteiligungsprozess zur klimaneutralen HVF. Moderiert von Friedericke Bayer (Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA e.V.), diskutierten in der Auftaktveranstaltung „ZukunftsWarmUp“ Expertinnen und Experten, Hochschulleitung und Gäste über die Herausforderungen des Klimawandels und den konkreten Weg zu einem klimaneutralen Campus.

 

Rektorin Dr. Iris Rauskala eröffnete das „ZukunftsWarmUp“ mit einer klaren Botschaft: „Jeder Beitrag zählt, egal welcher Größe.“ Das Ziel ist ambitioniert – bis 2030 soll die HVF, wie alle Hochschulen im Land, klimaneutral sein. Dabei betonte sie die Bedeutung des Beteiligungsprozesses, der nach der Abstimmung über das neue Klimalogo nun offiziell startet. Besonders wichtig sei dabei die Zusammenarbeit mit Vermögen und Bau und der PH Ludwigsburg. Auf dem gemeinsamen Weg zum klimaneutralen Campus sei der Wille zur aktiven Gestaltung in der Hochschulleitung groß.

 

Gudrun Heute-Bluhm, Vorsitzende des Hochschulrats der HVF und Oberbürgermeisterin a.D., sowie Anja Necker, Klimaschutzmanagerin des Landes Baden-Württemberg, ergänzten diesen Appell: Klimaschutz müsse der „Normalfall“ im Arbeitsleben und in der Freizeit werden. Besonders die Hochschulen nehmen hier eine Schlüsselrolle ein, da sie die (Klimaschutz-)Fachkräfte von morgen ausbilden und über einen bedeutenden Gebäudebestand verfügen. Es gelte, das Thema mit Zuversicht anzugehen und gemeinsam ins Handeln zu kommen.

 

Der globale Kontext: Ein Weckruf

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident des Wuppertal Instituts und Leitautor im Weltklimarat, verdeutlichte die Dringlichkeit: Mit 2024 als wärmstem Jahr der Geschichte und zunehmenden Wetterextremen ist schnelles Handeln alternativlos. Er skizzierte das „Net Zero Emission Scenario“, welches die Erderwärmung durch eine strikte Klimapolitik und Innovationen auf 1,5°C begrenzen soll. Er betonte die daraus resultierenden wirtschaftlichen Chancen. Investitionen in Klimaschutz rechnen sich oft schon kurzfristig durch Einsparungen, auch im Privathaushalt. Klimaschutz sei Beschäftigungsmotor und gleichzeitig aktiver Gesundheitsschutz für jeden Einzelnen. Sein Fazit: Die „Klimaschutzlücke“ schließe sich nicht von alleine; es brauche Mut, Resilienz und ein kontinuierliches Dranbleiben über die nächsten Jahrzehnte.

 

Fokus HVF: Treibhausgasbilanz & Potenziale

Vom großen Bild zoomte der HVF-Klimaschutzmanager, Teo Rösslein, in das konkrete Klimaschutzvorhaben am Campus: In Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ludwigsburg wurde eine Treibhausgasbilanz erstellt und eine Potenzialanalyse im Bereich Gebäude und Mobilität durchgeführt. Ergebnis: Ein Großteil der von der HVF jährlich verursachten 3.646 Tonnen CO2 entfallen auf die Bereiche Pendeln, Dienstreisen und Heizen. Mit den identifizierten Potenzialen und entsprechenden Maßnahmenvorschlägen geht es am 06. Mai in die Maßnahmenschmiede.

 

Best Practice: Der Blick an die Hochschule Biberach

Wie die Transformation zur klimaneutralen Hochschule gelingen kann, zeigte anschließend Thomas Schwäble, HVF-Absolvent und Kanzler der Hochschule Biberach. Als Pilothochschule hat Biberach bereits 2015 begonnen, Klimaschutz fest in der Hochschulentwicklung zu verankern. Das Erfolgsrezept: Eine „Ermöglichungskultur“, Interdisziplinarität und die Standardisierung von Prozessen. Thomas Schwäble betonte, dass der Mehrwert für die Beteiligten stets erkennbar sein müsse, um Akzeptanz zu schaffen. Die klimafreundliche Hochschultransformation gelinge nur in einem „Ökosystem“ der Win-Win-Optionen.

 

Podiumsdiskussion

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde intensiv über das Thema Mobilität debattiert. Die Vorschläge reichten von Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, um günstigen Ladestrom für E-Autos anzubieten, über E-Leasingflotten für Studierende bis zur Reduzierung des Pendelverkehrs durch attraktive Angebote und Wohnraum am Campus.

Gefragt nach seiner persönlichen „Herzensmaßnahmen“, nannte unser Klimaschutzmanager die Fassadenbegrünung und innovative Mobilitätskonzepte wie eine E-Leasingflotte an der Hochschule.

 

Wie geht es weiter?
Das „ZukunftsWarmUp“ hat eine gemeinsame Wissensbasis für alle Beteiligten und Interessierten gelegt. In der nun folgenden Maßnahmenschmiede am 06. Mai geht es darum, zusammen mit allen Statusgruppen der Hochschule konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um das  Klimaschutzpotenzial der HVF zu heben.

Der Beteiligungsprozess lebt von Ihren Ideen und Ihrem Engagement! Sie sind daher herzlich eingeladen am 06. Mai zur Maßnahmenschmiedeund zur Präsentation das vorläufigen Maßnahmenkatalogs beim ZukunftsWrapUp am 16. Juni zu kommen.
Gemeinsam gestalten wir den „Campus Zukunft“.

 

Die Folien aller Vorträge finden Sie im Intranet unter Materialien und Hintergründe auf der Seite des Klimaschutzes an der HVF.

Teo Rösslein
Verwaltung
Klimaschutzmanager