Von Repräsentation bis Rechtsstaat: Impulse für Studierende der HVF

Nachricht vom 29.01.2026

Landtagspräsidentin Muhterem Aras MdL zu Gast an der HVF

Die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Muhterem Aras MdL, war zu Gast an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg (HVF). Im Austausch mit Studierenden, Hochschulangehörigen und Vertreterinnen des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) sprach sie über Demokratie, Verwaltung, Diversität sowie die Bedeutung von Frauen in Führungspositionen.

 

Begrüßt wurde Landtagspräsidentin Aras von Rektorin Dr. Iris Rauskala, die den Studierenden des AStA für ihre Initiative dankte, die Landtagspräsidentin ins Gespräch mit den Studierenden zu bringen. Zugleich stellte sie die Hochschule vor und verwies auf die Vielfalt der Studierendenschaft mit einem Frauenanteil von 70 Prozent.  

 

„Frauen sind in Führungspositionen nach wie vor in der absoluten Minderheit. Diesen Anteil müssen wir deutlich anheben,“ griff Landtagspräsidentin Aras in ihrem Vortrag auf. „Der Frauenanteil an der HVF ist dafür ein wichtiger Baustein. Gleichzeitig müssen wir genauer hinschauen, warum Frauen nach der Ausbildung oft nicht weiterkommen. Dieses Thema beschäftigt mich auch im Parlament.“

 

Als erste Frau an der Spitze des Landtags und noch dazu als Frau mit Migrationsgeschichte berichtete Aras zudem aus ihrem eigenen Lebensweg und machte deutlich, wie wichtig Repräsentation und Geschlechtergerechtigkeit sind.

Darüber hinaus unterstrich die Landtagspräsidentin die zentrale Rolle der Verwaltung für den Rechtsstaat und für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Demokratie. „Wir haben in diesem Land eine starke Demokratie und einen Rechtsstaat, auf den wir stolz sein können. Was macht den Rechtsstaat aus? Das sind auch die Verwaltungen“, erklärte Aras.

 

Sie sei froh, dass in Deutschland die unabhängige Verwaltung geschützt sei und unabhängig davon wer regiere, die Beamten und Angestellten dem Gemeinwohl und dem Land dienen. Es gebe Regeln, die transparent seien und die für alle gelten. Auch das bedeute Bürokratie neben dem viel diskutierten Bürokratieabbau. Gleichzeitig ermahnte sie: „Wir brauchen mehr Eigenverantwortung, mehr Zutrauen und mehr Vertrauen in die Menschen in der Verwaltung.“ Andersherum gelte dies aber auch: „Politik und Verwaltung braucht mehr Vertrauen und Zutrauen in die Bevölkerung. Eine höhere Beteiligung der Bevölkerung bringt auch mehr Vertrauen in Staat und Demokratie.“

In der Podiumsdiskussion interessierten sich die Studierenden für den Umgang in der Verwaltung mit aktuellen nationalen und internationalen Herausforderungen. Auch hier betonte die Landtagspräsidentin, die Stärke der deutschen Verwaltung sei, dass alle Bürgerinnen und Bürger dieselben Rechte haben. Aber man müsse lernen, urteilsfrei einander zuzuhören.

 

Die beiden Vertreterinnen des AStA, Anastasia Weigandt und Julia Erhardt, welche die Podiumsdiskussion moderierten, baten um einen Rat für junge Menschen, die gerne eine Führungsposition übernehmen wollen. „Man muss die Scheu ablegen. Eine Führungsposition lernt man nicht an der Hochschule, entscheidend ist, dass man lernt, mit Problemen umzugehen. Man ist dabei nie allein, sondern hat immer ein Team, das einen unterstützt. Wichtig ist, sich etwas zuzutrauen und keine Angst davor zu haben, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.“

 

Am Ende der Veranstaltung appellierte die Landtagspräsidentin an die Studierenden, aus dem Weltfrauentag am 08. März 2026 ein Fest der Demokratie zu machen und wählen zu gehen.