Künstliche Intelligenz in der Finanzverwaltung - Forschungsprojekt gewinnt Science Dialog auf dem Zukunftskongress 2023

Institut für Angewandte Forschung| Nachricht vom 23.06.2023
Harald Felling, Chief Executive Officer init AG für digitale Kommunikation; Preisträger Prof. Christoph Schmid; Basanta E. P. Thapa,
Geschäftsführer NEGZ Nationales E-Government Kompetenzzentrum e.V.

Das Forschungsprojekt „Quo vadis, Finanzverwaltung? Potenziale und Herausforderungen eines künftigen KI-Einsatzes“ von Prof. Dr. Christoph Schmidt (Leiter des Instituts für digitale Transformation im Steuerrecht) hat den Science Dialog 2023 gewonnen.

Das Forschungsprojekt "Quo vadis, Finanzverwaltung? Potenziale und Herausforderungen eines künftigen KI-Einsatzes" von Prof. Dr. Christoph Schmidt, Leiter des Instituts für digitale Transformation im Steuerrecht, IdTStR an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, hat den 1. Preis des Science Dialog 2023 gewonnen.

 

Schmidts Forschungsprojekt untersucht die Potenziale und Herausforderungen eines künftigen Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) in der Finanzverwaltung. Unter Rückgriff auf die Differenzierung nach Front- und Back-Office sowie nach Entscheidungsunterstützung und -automatisierung werden die beiden Letztgenannten ausführlich untersucht. Im Hinblick auf die künstliche Intelligenz herrscht noch weitestgehend Unsicherheit darüber, ob und inwieweit diese Technologie kontrollier- und steuerbar ist. Die Kontrolle von KI wird von essenzieller Bedeutung für den Einsatz von selbstlernenden Systemen und das Vertrauen in die Ergebnisse sein, da die hoheitlichen Entscheidungen weitreichende Auswirkungen auf die Steuerpflichtigen haben. Daher ist zu gewährleisten, dass Entscheidungen, die von der KI getroffen werden, durchgängig kontrolliert und auf ihre Glaubwürdigkeit sowie Objektivität hin überprüft werden können.

 

"Ich freue mich sehr über die Auszeichnung! Sie unterstreicht, dass das Forschungsprojekt einen wesentlichen Beitrag zur Verwaltungsdigitalisierung leisten kann. Es beinhaltet konkrete Impulse für die Ausgestaltung der zukünftigen Arbeitsweise in der Finanzverwaltung. Künstlicher Intelligenz kann eine zentrale Bedeutung bei der Überprüfung der Steuererklärung und der Steuerfestsetzung zukommen", so Schmidt. Er schätzt, dass damit eine positive, tiefgreifende Veränderung des Besteuerungsverfahrens einherginge, da alle Stakeholder von einem KI-Einsatz profitieren würden.

 

Der Science Dialog will Wissenschaft und Praxis der Verwaltungsdigitalisierung miteinander ins Gespräch bringen. Der Preis wird jährlich auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung verliehen und stärkt den Austausch zwischen den Stakeholdern aus allen Bereichen. Das Forschungsprojekt "Quo vadis, Finanzverwaltung? Potenziale und Herausforderungen eines künftigen KI-Einsatzes" setzte sich 2023 gegen vier andere Mitbewerber durch.

Prof. Dr. iur. Christoph Schmidt
Fakultät II
Professor für Besitz- und Verkehrsteuern mit Schwerpunkt in den Studienfächern Verkehrsteuern, Abgabenrecht und Bewertungsrecht || Gründer und Leiter des Instituts für digitale Transformation im Steuerrecht (IdTStR)

Das erste Studium zum Diplom-Finanzwirt (FH) absolvierte Christoph Schmidt im Jahr 2009. Im Anschluss schloss er die berufsbegleitenden wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengänge an der FernUniversität in Hagen ab. Im Jahr 2020 beendete er sein rechtswissenschaftliches Promotionsvorhaben an der Universität Potsdam.

 

Christoph Schmidt war vor seiner Berufung im Januar 2022 seit 2016 Lehrbeauftragter für Steuerverfahrensrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam und seit 2012 als Dozent an der Fachhochschule für Finanzen des Landes Brandenburg in Königs Wusterhausen tätig.

 

Er lehrt gegenwärtig auf dem Gebiet des allgemeinen Abgabenrechts und ist zudem Vorstandsmitglied sowie Vorsitzender des Fachausschusses I (Digitalisierbarkeit von Steuernormen) des Instituts für Digitalisierung im Steuerrecht e. V. (IDSt). In seiner Forschung befasst sich Christoph Schmidt insbesondere mit interdisziplinären Fragestellungen, die an der Schnittstelle zwischen Rechtswissenschaft und Informatik einzuordnen sind.