„Steuern – kann das auch Spaß machen?“ - Zweiter Tax Slam an der HVF

12.05.2017

Auch der zweite Tax Slam hat es wieder bewiesen: Steuerliche Themen können auch Spaß machen, denn es gab jede Menge gute Laune und Lacher bei den Präsentationen der sechs angehenden Finanzbeamtinnen und Finanzbeamten, die am 9. Mai 2017 in einem Vortrags-Wettbewerb gegeneinander antraten.

Jasmin Berger vom Finanzamt Esslingen erzählte in lockerer Atmosphäre vom AFa – Meeting, dem Treffen der anonymen Finanzanwärter, die sehr eingeschränkt sind in ihrer Lebensqualität, weil sie ständig über Steuern nachdenken müssen und davon sei sie betroffen erklärt sie. Mit sehr lustigen Beispielen und hervorragend vorgestellt kam sie an verschiedenen steuerlich relevanten Themen des täglichen Lebens vorbei, wie einer GbR – die rechtlich schon bei der regelmäßigen Fahrt mit einer Freundin zur Therme konstruiert werden kann, dem Gesamthandsvermögen oder dem notwendigen und gewillkürten Sonderbetriebsvermögen („Worunter fallen die Gummibärchen, die ich zum Verteilen mitgenommen habe?“) – es war eine Freude, ihr zuzuhören.

Stephanie Paschke vom Finanzamt Heilbronn führte uns mit Indiana Jones durch den Steuer-Dschungel. „Sehnen wir uns nicht alle nach Spannung und Abenteuer, wie Indiana Jones?“, fragt sie zu Beginn das Publikum und beschriebt daraufhin sehr verständlich, humorvoll und interessant vom Abenteuer und der Spannung im Rahmen von ausgewählten Forschungsmethoden in der Steuerlehre.

Sandra Nagy vom Finanzamt Karlruhe-Durlach führte uns humorvoll und lehrreich durch ihre erste Steuererklärung und zeigt die Steuermythen auf, die ihr begegnet sind. Beispielsweise denken manche Menschen, dass Beamte keine Steuern zahlen müssen oder dass der große Bruder, der beim Steuerbescheid hilft, als Steuerberater in die Steuererklärung eingetragen werden kann.

Leon Spänig, der beim Finanzamt Mosbach ausgebildet wird, stellte die Frage „Das Finanzgericht – gibt es das und ist es gefährlich?“. Er beschrieb mit viel Komik und erhellenden Informationen, wie ein Finanzgericht aufgebaut ist, wie der Ablauf des Klage- Verfahrens ist und was dabei zu bedenken ist.

Sascha Barkow vom Finanzamt Reutlingen präsentierte das Thema „Wir kriegen’s doch eh mit, oder? Von Steuerhinterziehung und die Selbstanzeige“. Er erklärte anschaulich und belustigend den Unterschied zwischen Steuerverkürzung und Steuerhinterziehung und jeweils den Folgen für den Fiskus und den Steuerpflichtigen.

Florian Koch vom Finanzamt Ludwigsburg zeigte auf, was nach dem Erhalt der Steuererklärung zu tun ist. Fast 50 % der Bürger verstehen ihren Steuerbescheid nicht, daher wäre eine leichte Sprache gut und würde zur besseren Verständlichkeit beitragen.

Die Jury und das Publikum waren begeistert. Spontan beschlossen die Geldgeber, dass auch die Viert-, Fünft- und Sechstplatzierten einen Preis bekommen sollten, da alle Vorträge auf ihre Weise beeindruckend und gut waren.

Die hochkarätige Jury bestand aus Breda Nussbaum und Joachim Ciresa (Geschäftsleitung Verlag des Staatsanzeigers), Dietlind Knipper (Vorsteherin des Finanzamtes Bruchsal), Prof. Elmar Vogl (Dekan der Fakultät II), Prof. Dr. Kathrin Hänel (HVF) und Professor Jürgen Hottman (Ralf-Wuttke-Stiftung). Zusammen mit dem Publikumsvoting kamen sie zu folgendem Ergebnis:

1.      Platz: Jasmin Berger (Preisgeld 500 Euro)

2.      Platz: Stephane Paschke (Preisgeld 300 Euro)

3.      Platz: Sandra Nagy (Preisgeld 200 Euro)

4.      Platz: Leon Spänig (Preisgeld 100 Euro)

5.      Platz: Sascha Barkow (Preisgeld 100 Euro)

6.      Platz: Florian Koch (Preisgeld 100 Euro)

Finanziert haben die Preisgelder dankenswerterweise der Staatsanzeiger Verlag und die Professor-Ralf-Wuttke-Stiftung.

Den Vortrag von Jasmin Berger können Sie hier in voller Länge sehen.