Mitarbeiter der HVF zum Doktor rer. pol. promoviert

21.07.2017

Am 17. Juli 2017 wurde Daniel Zimmermann M. A. an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erfolgreich zum Doktor rer. pol. mit der Gesamtnote aus Dissertation und Disputation magna cum laude (1,0) promoviert. Damit hat bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Absolvent des Masterstudiengangs Europäisches Verwaltungsmanagement/European Public Administration (MEPA) erfolgreich seine Promotion abgeschlossen. Die Dissertation mit dem Titel „Europafähigkeit durch strategische Steuerung – Anforderungen an eine effektive und effiziente Implementation“ wurde von Prof. Dr. Volkmar Kese, Studiendekan der Masterstudiengänge an der HVF, gemeinsam mit Prof. em. Dr. Wolfgang Renzsch, Emeritus der Universität Magdeburg, betreut. Prof. Kese war damit bereits zum zweiten Mal gleichberechtigtes Mitglied und Gutachter der universitären Promotionskommission.

Der Rektor der HVF, Prof. Dr. Wolfgang Ernst, gratulierte dem jungen Doktor rer. pol.: „Dies ist ein herausragender Erfolg für Herrn Zimmermann. Als Mitarbeiter in Vollzeit an unserer Hochschule, an Feierabenden und Wochenenden eine hervorragende Dissertation zu erstellen, verlangt größten Respekt. Auch für die HVF ist dies ein toller Erfolg. Ganz besonders gratulieren möchte ich auch Herrn Prof. Dr. Kese, der einen weiteren Absolventen unserer Hochschule zur Promotion geführt hat.“, so Prof. Ernst. „Das kontinuierliche Wachstum und die gesteigerte Bedeutung der HVF als ausbildungs- und forschungsorientiertes Kompetenzzentrum sowie als innovativer Dienstleister für die Verwaltung in Baden-Württemberg spiegelt sich auch in den beiden erstmaligen Promotionen wider“.

Entstanden ist die Promotion auf Initiative von Prof. Kese aus der Forschungskooperation zwischen dem von ihm gegründeten europäischen Forschungsnetzwerk der Hochschule Ludwigsburg und dem Land Sachsen-Anhalt. In der Dissertation arbeitet der Verfasser heraus, dass die Politikgestaltung der EU mit der Strategie Europa 2020 strategisch ausgerichtet wurde, was auch der Notwendigkeit bedarf, auf den nationalen und subnationalen Verwaltungsebenen strategisch zu steuern. Unter Nutzung von politik- und rechtswissenschaftlichen Erkenntnissen gelingt es ihm, Effektivität und Effizienz als Bewertungsmaßstäbe für eine erfolgreiche Implementation von Sekundärrechtsakten herauszuarbeiten. Anhand von Fallstudien zur Erstellung der Operationellen Programme der Förderperiode 2014 bis 2020 der Kohäsionspolitik und der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie kann er nachweisen, dass die Ursache für Effektivitäts- und Effizienzverluste vor allem in einer mangelnden strategischen Steuerung gefunden werden können. Mithilfe eines interdisziplinären Zugangs entwickelt er ein neues Verständnis von Europafähigkeit, worunter die Steuerungsaufgabe zu verstehen ist, programmatische, organisatorische und personelle Voraussetzungen für eine effektive und effiziente Implementation zu schaffen. Innerhalb einer Organisation ist dies eine Führungsaufgabe. Die Arbeit leistet wichtige Beiträge zur Erklärung der europäischen Mehrebenenverwaltung und Weiterentwicklung der politikwissenschaftlichen Europäisierungsforschung. Die Ergebnisse können sowohl der Landesverwaltung als auch der Kommunalverwaltung dazu dienen, konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Europafähigkeit zu entwickeln.