Commandante der Guardia di Finanza hält Vortrag über Mafiastrukturen

20.03.2017

Im Rahmen des Wahlpflichtfaches von Herrn Prof. Faiß war am vergangenen Mittwoch Fabrizio Rella zu Besuch an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg um über das italienische Steuerrecht und Strukturen der italienischen Mafia zu berichten. Rella ist Commandante der Guardia di Finanza und deren Verbindungsoffizier in Deutschland. Gemeinsam mit den Deutschen Kollegen ermittelt er in Fällen von internationaler Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Terrorismus und organisierter Kriminalität. In diesem Zusammenhang fallen auch viele Aktivitäten der italienischen Mafia in sein Zuständigkeitsgebiet.

Die Geschäfte der Mafia blühen derzeit. Man kann davon ausgehen, dass der jährliche Umsatz bei 180 bis 200 Milliarden Euro liegen dürfte. Vor allem der Handel mit illegalen Drogen aus Südamerika nach Europa wirft enorme Profite ab. Es ist hierzu jedoch auch notwendig, die Organisation weltweit präsent zu halten. So geht man derzeit von schätzungsweise 500 Mafiosi in Deutschland aus. Die Dunkelziffer dürfte laut Rella aber bei 1.200 bis hin zu mehreren tausend Mitgliedern der italienischen Verbrecherorganisationen liegen. Umso wichtiger sei ein intensiver Austausch der Ermittlungsbehörden, um Beweise für Geldflüsse und Drogengelder zu sammeln und auf schnellem Wege weiterzuleiten.

Die Arbeit der Ermittler ist dabei nicht immer einfach. Oftmals sind es Verwandte, Ehefrauen oder andere Familienmitglieder, die die Konten besitzen aber keine Mitglieder der Mafia sind. Auch die berühmte „omerta“ – die Schweigepflicht gegenüber Externen macht den Ermittlern zu schaffen. Dennoch glaubt Rella, dass durch die Strategie der Steuerkontrolle und weiterer Maßnahmen gegen Geldwäsche die Mafia hart getroffen werden kann. Schließlich habe „ein Mafioso keine Angst vor dem Tod, sondern nur Angst um sein Geld“.