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One Stop Europe 2009: Electronic Public Management

Internationale Konferenz der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg und des Hochschulkollegs E-Government
am 23. und 24. April 2009 in Ludwigsburg

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Von links nach rechts: Herr Prof. Walter Maier, Rektor der Hochschule Ludwigsburg; Herr Dr. Utz Remlinger, Erster Landesbeamter, Landratsamt Ludwigsburg; Herr Peter Hofelich, MdL, Landtag Baden-Württemberg; Herr Prof. Dr. Helmut Hopp, Prorektor der Hochschule Ludwigsburg; Herr Hans-Joachim Haug, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Gemeinde-Versicherung a.G.

Moderne Verwaltung ist ohne zeitgemäße IT-Infrastruktur nicht denkbar. Obwohl der Bedarf der Praxis an Experten im Electronic Public Management sehr groß ist, scheint es europaweit an den Universitäten und Hochschulen noch an genügend geeigneten Studiengängen zu fehlen. Dies ergab Ende April eine internationale Tagung in Ludwigsburg.

Am 23. und 24. April 2009 hat die Hochschule Ludwigsburg die dritte One Stop Europe- Konferenz durchgeführt. „Damit könne man schon von einer Tradition sprechen“, betonte Dr. Dieter Klumpp von der Alcatel-Lucent Stiftung, die die OSE-Konferenz bereits seit 2007 als Mitveranstalter unterstützt. Im Jahre 2009 hat die MFG Baden-Württemberg die Konferenz als weiterer Kooperationspartner gefördert. Dieses Mal stand das Thema Electronic Public Management im Vordergrund. Dieser Begriff bringt zum Ausdruck, dass New Public Management und E-Government zusammengehören und sich wechselseitig verstärken können. Die konkrete Fragestellung der Konferenz lautete: Welche Qualifikationen brauchen Experten, die die Entwicklungen auf diesem Gebiet vorantreiben sollen? Wie reagieren die internen und externen Hochschulen auf den Bedarf an Management- und IT-Qualifikationen?

Nach einer Begrüßung durch den Rektor Professor Maier sprach der Landtagsabgeordnete Peter Hofelich zu den Teilnehmern. Dr. Utz Remlinger, Erster Landesbeamter des Landkreises Ludwigsburg und Hans-Joachim Haug, Vorstandvorsitzender der WGV richteten sich mit weiteren Grußworten an die etwa 120 in- und ausländischen Gäste der Konferenz. Im ersten Panel der Konferenz ging es um die digitale Welt und die damit verbundenen Herausforderungen. Frau Dr. Buchholz von der MFG Baden-Württemberg hat anhand verschiedener Szenarien die IT-Welt im Jahr 2020 dargestellt. Die wichtigsten Entwicklungen im Bereich IT und Medien sind danach das Thema Übertragungsraten und nutzergenerierte Online-Inhalte. Frau Johanna Schepers (MFG) berichtete über die Bürgerbeteiligungsplattform VoicE. In diesem Zusammenhang könne man bereits von einem „Age of Participation“ sprechen. Unter dem Titel Smarter Government betonte Elmar Husmann von IBM, dass es in Zukunft verstärkt Allianzen zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Dienstleistern geben wird, “ um komplexe Online-Services zu erbringen“. Zum Abschluss stellten Frau Prof. Schenk und Herr Schmid das Praxisbeispiel www.verwaltungmodern.de der Hochschule Kehl vor, bei dem es um Weblogs in der öffentlichen Verwaltung geht.

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Von links nach rechts: Herr Michael Pittelkow, Head of Value Engineering Public Services, SAP Deutschland GmbH & Co KG; Herr Dr. Jorgo Chatzimarkakis, MdEP, Europäisches Parlament; Herr Ltd. RD Hans Reibold, Vorsitzender des Verbandes der Verwaltungsbeamten Baden-Württemberg

Wie ist der Stand des Electronic Public Management in den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland? Diese Fragen stellten sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion Dr. Jorgo Chatzimarkakis, MdEP, Rektor Prof. Walter Maier, der Vorsitzende des Verbandes der Verwaltungsbeamten Hans Reibold, Michael Pittelkow, Head of Industry Business bei SAP und Prof. Dr. Stefan Zahradnik von der Fachhochschule Nordhausen. In ihren Beiträgen konnten sie sich auf ein Impulsreferat beziehen, dass Dr. Jens Heiling von Ernst & Young zur Situation des Public Managements und des E-Governments präsentierte. Danach steht es schlecht um das Elektronische Verwaltungsmanagement – zumindest, was die Universitäten betrifft. Trotz steigender Bedarfe in der Praxis ist EPM an Hochschulen auf dem Rückzug. Fast alle Experten sprachen sich dafür aus, die Hochschulausbildung auf diesem Sektor auszubauen. Studiengänge, die Public Management mit IT-Technik verknüpfen, stoßen in der Verwaltungspraxis offensichtlich auf einen nennenswerten Bedarf.

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Frau Dr. Gisela Meister-Scheufelen, Ministerialdirektorin des Finanzministeriums Baden-Württemberg

Am zweiten Tag der Tagung berichtete die Ministerialdirektorin im Finanzministerium Dr. Gisela Meister-Scheufelen über den gegenwärtigen Stand der Verwaltungsmodernisierung in der Landesverwaltung. Dabei sei es zweifellos der Fall, dass die IuK-Technik bei der Verwaltungsreform eine herausragende Rolle spielen dürfte. Insofern benötige die Landesverwaltung Experten, die sowohl Verwaltungs-Know-how als auch belastbare Kenntnisse im Bereich der IuK-Technik aufweisen. Ein Studiengang E-Business/E-Government könnte dafür die passende Antwort sein. Im Anschluss referierte Dr. Harald Steindl, Wirtschaftskammer Österreich über die Situation der Public Management-Ausbildung in Österreich. Auch hier scheint es einen Bedarf an Studiengängen zu geben, die den Aspekt der elektronischen Verwaltung stärker in den Blickpunkt rücken. Prof. Dr. Jörn von Lucke, der einen Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik an der Zeppelin University in Friedrichshafen bekleidet, will mit seinen Kollegen durch eine enge Verzahnung von Lehre und Forschung für die Praxis nachhaltige Lösungen generieren. Es handelt sich dabei um ein Projekt, das die mit der Errichtung der Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (ZTICC) verknüpft ist. Ziel des Instituts ist es vor allem, neue Lösungen für das Electronic Public Management zu entwickeln.

Im weiteren Verlauf der Tagung konnte in zwei weiteren Panels der Blick auf die Entwicklungen in den europäischen Staaten richten.

  • Dr. Jan Brinks führte für die Situation in den Niederlanden aus, dass sieben Universitäten und fünf Hochschulen Studiengänge für Public Management anbieten, ein Studiengang beschäftigt sich explizit mit Informations- und Kommunikationstechnik in der öffentlichen Verwaltung. Brinks sieht Bedarf für Electronic Public Management eher im Bereich der Weiterbildung.
  • Dr. Anita Boros und Dr. Bence Kopias (Ungarn) betonen die Erfordernisse der Europäischen Union nach jeweils nationalen Strategien, die den Ausbau von E-Government-Strukturen im Blick haben. Die ungarischen Hochschulen versuchen nach und nach, diesen Anforderungen gerecht zu werden.
  • Auch Bulgarien versucht, seine Anstrengungen im Bereich des E-Governments zu verstärken. Prof. Dr. Gankova-Ivanova konnte ausführen, dass die Universitäten des Landes das Thema des Public Managements aufgegriffen haben und entsprechende Studiengänge anbieten. Es sind aber weitere Anstrengungen notwendig.
  • Prof. Dr. Alberto Barzanò präsentiert eine exakte Analyse der Situation in Italien. Nach seiner Einschätzung sind die universitären Anstrengungen insgesamt eher allgemeiner Natur, die zurzeit bestehenden Herausforderungen für die Praxis können so nicht bewältigt werden. Ein spezifischer Fokus auf E-Government lässt sich nur ansatzweise feststellen. Ein Schritt in die richtige Richtung sei die Einrichtung einer Hochschule für Informationstechnologien in Sizilien.
  • Prof. Dr. Bertel De Groote und Stefanie Longueville (University College Ghent, Belgium) sehen in Belgien ebenfalls einen hohen Bedarf an Qualifikationen im Bereich Electronic Public Management. Mehrheitlich werden diese Qualifikationen durch spezifische Trainingsprogramme, durch Workshops und durch on-the-job-Erfahrungen gewährleistet. Auf Ebene der universitären Bildung beschäftigt sich nur ein Masterstudiengang explizit mit E-Government.
  • Prof. Dr. Mara Gulbe (University of Latvia) stellt die Entwicklungen des E-Governements in Lettland vor allem aus der Perspektive der Praxis dar. Im Mittelpunkt steht ein elektronischer Katalog von Verwaltungsdienstleistungen, zu denen auch ein elektronischer Zugang der Bürger gewährleistet ist. Im Bereich der Hochschulausbildung hat man noch nicht ausreichend auf die Herausforderungen des Verwaltungsmanagements reagiert.
  • Dr. Regis Cabral (Funding for European Projects, Sweden) sieht auf der Basis der europäischen Erfordernisse die Notwendigkeit für folgende Studiengänge: grundständige Studiengänge für E-Government –Experten, Masterstudiengänge zur Lösung von Managementproblemen im Bereich European Public Management und spezifische Forschungsprogramme, aus denen PhD-Absolventen hervorgehen. In Schweden kann die Mid-Sweden-University bereits mit einem Masterstudiengang E-Government and Interactive Public Information System aufwarten.
  • Die Situation in Russland konnte Prof. Dr. Maxim Mokeev von der Wolga-Akademie Saratov darstellen. Nach seiner Auffassung benötigt die öffentliche Verwaltung in Russland eine professionelle Entwicklung in den folgenden Dimensionen: Public Servant as an Effective User, IT in Ensuring Transpanrency of Public Authorities and Electronic Administrative Regulations. Aber auch in Russland ist ein Defizit an passenden Studiengängen zu verzeichnen.

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In der zweiten Hälfte des zweiten Konferenztages ging es primär darum aufzuzeigen, welche Entwicklungen sich im europäischen Kontext abzeichnen bzw. notwendig sind. Das European Institute of Public Administration (kurz: EIPA) befasst sich seit geraumer Zeit mit europaweiten Problemstellungen im (Electronic) Public Management. Insoweit konnte Sylvia Archman, Seconded National Expert bei EIPA, über Kenntnisse und Fähigkeiten berichten, die für die Realisierung von E-Government unerlässlich sind. Dabei zeichnete sie ein Bild, das sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte spezifische Fähigkeiten vorsieht. Ohne ein systematisches Wissensmanagement könne eine erfolgreiche Modernisierung nicht erreicht werden. Prof. Lorenzo Cantoni von der Universität Lugano zeigte am Beispiel des E-Tourism, dass die elektronische Verwaltung ohne passgenau qualifizierte Mitarbeiter nicht umgesetzt werden kann. Prof. Anastasia A. Golubeva von der Staatlichen Universität St. Petersburg konnte über ein Programm berichten, in dem es um eine integrative Qualifikation von Electronic Public Management – Experten geht. Im Rahmen eines Bachelorstudienganges an der Graduate School of Management werden die folgenden Lerninhalte besonders berücksichtigt: postindustrielle Wirtschafts- und Informationsgesellschaft, Entwicklung eines modernen Verwaltungsmanagements, Entwicklung und Steuerung von E-Government-Projekten sowie Praxis des E-Governments im internationalen Vergleich.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Norbert Thom, Universität Bern, ist einer der herausragenden Public Management-Experten in Europa und ausgewiesener Kenner des Verwaltungsmanagements in der Schweiz. Am Beispiel von konkreten Verwaltungsreformen konnte er zeigen, dass Wissenschaft und Praxis bei den Projekten sehr gut zusammenwirken. Dabei wird auch auf eine sehr gute Qualifizierung von Public Management-Experten an den Universitäten Wert gelegt. Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz sehr gut ab.

Zum Abschluss konnte Professorin Anne-Dore Uthe über einen Studiengang an der Hochschule Harz berichten, in dem eine Kombination von Verwaltungsmanagement und E-Government gelehrt wird. In Deutschland werden die Universitäten und Hochschulen nicht daran vorbeikommen, verstärkt Verwaltungsmanager auszubilden, die mit dem notwendigen Know How in der Informations- und Kommunikationstechnologie ausgestattet sind.


Fotos der Konferenz finden Sie unter: http://picasaweb.google.com/hsludwigsburg/OneStopEurope2009#

Präsentationen unserer Referenten finden Sie hier:





OSE2009_Presentation_Barzanò.pdf

OSE2009_Presentation_Archmann.pdf

OSE2009_Presentation_Boros.pdf

OSE2009_Presentation_Brinks.pdf

OSE2009_Presentation_Buchholz.pdf

OSE2009_Presentation_Cabral.pdf

OSE2009_Presentation_Cantoni.pdf

OSE2009_Presentation_de_Groote_Longueville.pdf

OSE2009_Presentation_Gankova.pdf

OSE2009_Presentation_Golubeva.pdf

OSE2009_Presentation_Gulbe.pdf

OSE2009_Presentation_Heiling.pdf

OSE2009_Presentation_Husmann.pdf

OSE2009_Presentation_Kopias.pdf

OSE2009_Presentation_Meister-Scheufelen.pdf

OSE2009_Presentation_Mokeev.pdf

OSE2009_Presentation_Reibold.pdf

OSE2009_Presentation_Schenk_Schmid.pdf

OSE2009_Presentation_Schepers.pdf

OSE2009_Presentation_Schilling.pdf

OSE2009_Presentation_Steindl_2.pdf

OSE2009_Presentation_Steindl.pdf

OSE2009_Presentation_Thom.pdf

OSE2009_Presentation_von_Lucke.pdf




Text: Prof. Dr. Helmut Hopp Fotos: OSE-team


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